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Zweikampf

Ein dunkler Raum, im Feuerschein 
im Zentrum ist ein Kreis gemalt - 
und sieh! Wie könnt's auch anders sein 
bewegt sich auch schon die Gestalt. 
Es ist das Ich, zieht in den Krieg, 
kämpft gegen einen Feind im Herz, 
doch ist noch Zweifelhaft der Sieg: 
gleich einem bitter-bösen Scherz 
ist der Feind den 'Ich' gefordert, 
ein Spiegelbild des eig'nen Herz - 
so tobt die Schlacht, das Feuer lodert 
voller Wut und dumpfem Schmerz. 

Es scheint sich niemals aufzuzeigen 
wer diesen Sieg sein eigen nennt; 
doch windet sich der Kampf, voll Leiden 
mal hier, mal dort, die Seele brennt. 
Denn sind nicht nur die beiden Ringer, 
sondern auch der Raum, die Welt, 
nichts anderes als Spiegelbilder 
des einen das zusammenhält. 
Es ist das Ich, es ist das Leben, 
ein Ringen, Moral und Herz gebannt 
doch wird es niemals Sieger geben 
nur tiefer Schmerz ist wohlbekannt. 

Denn dieser Kampf wird ewig dauern 
und der Sieg kann nicht geschehn 
wir sollten um die Menschheit trauern 
denn sie wird sich nie verstehen. 
Doch müssen wir die Triebe dämpfen? 
Müssen wir uns selbst zerstörn? 
Sollten wir nicht, statt zu kämpfen 
auch auf uns're Schatten hörn? 
Nicht sich selbst zerstör'n ist weise, 
sondern umarmen! Lieben! Grüßen! 
Denn der der ohne Kampf auf Reise - 
diesem liegt die Welt zu Füßen.

Leben ist ein Gedicht gewesen, das auch um den inneren Konflikt - den Kampf zwischen Es und Überich, der im Ich resultiert - ging. Diese Thematik hat mich nicht losgelassen, und ich habe jahre Später ein neues Gedicht geschrieben, das sich nun diesem Thema widmet und andere Aspekte von Leben (zB die Einsamkeit und meine damalige Stimmung des nichts-mehr-haben loslässt und sich dem Kernthema widmet.

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