Heldentod
Ein Fernsehr. Ein Sprecher verliest die Nachrichten.
[...] dies zu dem tragischen Ende einer jungen
Frau, die sich heute von der Brücke stürzte.
Ihre Leiche wird noch immer von der Seerettung
gesucht. Das Unglück ereignete sich, als [...]
Der Sprecher blättert um um das Wetter zu verlesen.
Eine Frau. Zitternd.
Ein Reporter mit dem
Mikrofon in der Hand.
[...] ich wusste garnicht, was passiert. Erst
stand sie da, blickte dort hinüber, und dann [...]
Sie blickt mit gespielter Trauer in die Kamera.
Tiefe. Ein Fall.
Ein nasser Aufprall -
härter als erwartet.
Eisige Kälte.
Wortloses versinken
ins Nichts.
Ein Ehepaar. Frühstück. Die Morgenzeitung.
[...] hat sich schon wieder eine Wahnsinnige
umgebracht. Ich sag' dir, die Welt ist verrückt.
Wenn nur mehr Menschen bodenständig wären, würde
so etwas vermutlich seltener [...]
Er legt die Zeitung beiseite und trinkt seinen Kaffee.
Ein Heurigen. Eine
heitere Gesellschaft.
[...] no wos trinkn? A Glaserl geht scho no oda
zwaa. Na vo mia aus, trink ma no wos. [...]
Die Nachrichtensendung im Hintergrund interessiert niemanden.
Vergehende Gedanken.
Hoffnung. Die Hoffnung,
doch etwas in der Welt zu bewegen,
und sei es nur einer einzigen Person
die Augen zu öffnen.
Schwärze, Ende, Leere.
Und jetzt sagt ehrlich,
wie oft habt ihr alle,
auch ich, wie oft
haben wir weg
gesehen.
Immer.
Nun hier ist das nächste Gedicht das sich an Heldin anhängt. Schon eine seltsame Idee, wie sich ein Bild aus verschiedenen Blickwinkeln wandelt. Dies - und unsere Abgebrühtheit - versuche ich festzuhalten. Ob ich noch einmal zu dem Thema dieser Serie zurückkehren werde weiß ich aber noch nicht so recht, es ist oft besser einige Ideen ungeschrieben zu lassen, bevor man sich wiederholt und verwässert.
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