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Anti-Held

Er scheint einer der Letzten zu sein.
Einer der letzten die wirklich denkten - nicht nur mit dem Kopf.
Einer der letzten die wirklich fühlen - nicht nur so tun.
Glaube ich. Nein: hoffe ich.

Ich weiß es.

Seine Augen leuchten noch während die aller anderen nur trübe sind.
Er schaut sich um, während der Rest der Welt den Blick nach unten richtet.
Er bewahrt einen letzter Schimmer der Hoffnung in dieser kalten und starren Welt.
Er scheint sich zu wehren, gegen den Ansturm der Apathie und Emotionslosigkeit rund um ihn.

Er wird erdrückt.

Gefühle können sich nicht halten wenn alle anderen sie verstecken.
Er sucht Beistand - verzweifelt und doch nicht aufgebend.
Er braucht Bestätigung - vielleicht kann ihm jemand genau das bieten.
Aber es ist ein kaum mehr wahrnehmbares Flackern in seinen Augen
das immer trüber wird je mehr die Zeit verstreicht.

Leere breitet sich aus.
Kälte.
Regungslosigkeit.
Willenlosigkeit.
Konformität.

Jedes Feuer braucht Nahrung - Holz und Luft.
Bei Ihm wäre es Liebe und Gleichgesinnte.

Ich würde ihm gerne helfen, ihm beistehen.
Er ist gewissermaßen wie ich.
Aber er sieht durch mich hindurch.
Sein Blick klärt sich ein letztes mal in dem Moment in dem ich springe.
Er ist der Anti-Held, ich die Heldin.
Vielleicht habe ich ihn aufgerüttelt, ihn erweckt.
Manche Geschichten können gut ausgehen. Ich glaube fest daran.

Lasst mein Opfer nicht vergebens sein.

Heldin ist eines meiner Lieblingswerke - aber es ist kein vollständiges, geschlossenes Bild. Anti-Held fügt einen weiteren Puzzleteil hinzu - vermutlich wird noch ein dritter kommen. Wer weiß. Dies ist ein anderer Blickwinkel auf das selbe - und vielleicht ändert sich das Gedicht noch in Details - ich hätte es gerne noch intensiver, aber im Moment fühlt es sich so wie es ist richtig an.

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