Wintergedanken
Der Winter hat endlich auch Wien erreicht. Es ist der Abend des 6. Februar, wir sind auf der Terasse unserer Wohnung.
Es ist weiß. Nicht das schmutzig-graue Weiß das Schnee in Wien nach ein paar Stunden zwangsweise hat sondern ein blendend-reines Weiß.
Die Straßenlaternen und Lichter aus vereinzelten Fenstern lässt die Nacht strahlend hell erscheinen obwohl der Himmel wolkenverhangen ist. Feine Schneeflocken rieseln vom Himmel, werden vom Sturm wieder von Dächern gefegt und sammeln sich in den windstillen Ecken.
Die sonst um diese Zeit noch deutlich hörbaren Geräusche der Großstadt - Verkehrslärm, spät heimkehrende und früh fortgehende Menschen, jeglicher Schall ist von den Schneeflocken verschluckt - das einzige hörbare Geräusch ist das sanfte wispern der feinen Schneeflocken die vom Wind umhergetrieben werden, ein sanftes Rauschen und Knistern.
Wien wirkt friedlich, man hält inne, vergisst die Kälte und genießt die scheinbare Einsamkeit inmitten der Metropole. Man fühlt sich verloren, einsam und genießt dieses Gefühl - und sei es nur für ein paar Minuten. Die Hektik des nächsten Tages, der graue Matsch der bestimmt kommen wird - all das ist für einen kurzen, kostbaren Augenblick egal.
Manchmal mag ich den Winter, genieße die Kälte und Ruhe.
Nicht in der Früh wenn ich in die Arbeit hetze, aber in den frühen Stunden der Nacht.
Euer
David
geschrieben von david
0 Kommentare:
Kommentiere diese Seite